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Bedeutende Hengstlinien: Shagya
von Dr. Fritz Gramatzki - 1979 |
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Die Shagya-Linie Seit
die Reinzucht der Shagya-Araber für die Bundesrepublik Deutschland in
systematischer Arbeit in dem jetzt vorliegenden Stutbuch erfaßt ist,
erlangt die Darstellung der Hengstlinien, die an der Herauszüchtung dieser herrlichen
Rasse beteiligt sind, besonderes Interesse. In Artikelserien
„Die Shagyas" sind die Blutlinien mit der
größten Ausbreitung aus der Feder von Dr. F. Gramatzki in der Fachzeitschrift
„Arabische Pferde" im Jahre 1979 veröffentlicht und enthalten als Gerüst die
wertvollen, von Frau Liselotte Tarakus erarbeiteten Stammtafeln (s. Anhang). Die
Veröffentlichung der Texte hier auf der Website der ISG erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dr. F. Gramatzkis Sohn.
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Die Araber aus Babolna, Radautz und Topolcianky |
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Wir datieren die Anfänge
der Shagya-Zucht auf das Jahr 1789, das Gründungsjahr des
ungarischen Hauptgestüts Babolna, und es mutet wie ein spannender Roman an, die dramatische Historie dieses großen und in
seiner Blüte weltberühmten Gestütes zu verfolgen, wie durch
Kriege, Verwüstungen, Evakuierungen, Seuchengänge und züchterische Fehlplanungen die
Zuchtbestände oftmals hoffnungslos dezimiert wurden; es erscheint fast wie ein Wunder,
daß die heute in Babolna und zahlreichen Ländern befindlichen Zuchten dieser Rasse
-sofern es sich um rein gezogene Shagyas handelt -
sich in direkter Linie auf die ursprünglichen
Stammütter zurückführen lassen. Denn vom Zeitpunkt der Gestütsgründung von
Babolna an sind dort die Stutbücher in sorgsam kalligraphischer Manier geführt und liegen
heute wohlbehütet im Pferdemuseum des
Gestütes. In ihnen sind die Hengste und Stuten jeder
Zuchtperiode mit ihren Abstammungen, Farbe, Größenmaßen, Charakteristika
und Zuchtleistungen notiert, und es bedeutet ein Erlebnis, in diesen ehrwürdigen
Folianten nachzublättern und dem langen Zuchtweg einzelner Linien zu folgen |
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Hier stoßen wir auf die leuchtenden Namen der auf zahlreichen Expeditionen in den
Orient vor allem im 19. Jahrhundert erworbenen Original-Araberhengste
und -stuten, um die sich dann das züchterische Geschehen kristallisierte,
das der Vollblutaraber wie auch der Shagyas. |
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Als Beispiel für die Transparenz der Stutenlinien ist im Anhang die
umfangreiche Familie der Original-Araberstute „Tifle" abgedruckt, geb. 1810 im Orient. Sie kommt aus dem Stamm der Hamdani,
Rasse des Nedjdi. In gleicher Weise sind sämtliche Stammstuten mit ihren Nachzuchten in den Stutbüchern von Babolna bis auf
den heutigen Tag protokolliert. Bei einer Reihe dieser Ausgangsstuten ist ihre Abstammung nicht klar angegeben, wie z.B.
Stuten mit dem Namen „Moldwai", geb. 1781 und 1785 sowie „Czerkesz", geb. 1782, die zusammen mit anderen aus dem
Pferdezuchtgebiet der Bukowina kommen. |
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Der Unterschied zwischen
den beiden Zuchtrichtungen in Babolna, den Shagyas und den Vollblutarabern, ist dadurch gegeben, daß bei einigen Shagyas ein
Tropfen Fremdblut zielgerichtet zur Erlangung von mehr Kaliber und höheren Reiteigenschaften eingekreuzt wurde. Dieser
Vorgang ist in den Zuchtbüchern präzise und ohne Retouche protokolliert. |
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Im Jahre 1836 ist als
Neuerwerbung verzeichnet der „geapfelte Honigschimmelhengst Shagya", geb. 1810 beim Beduinenstamm der Bani Saher,
Original-Araber aus der Rasse der Koheil Siglavy, der zusammen mit weiterem Zuchtmaterial in Syrien „erkauft" wurde. Im
Gestütbuch ist für diesen Shagya ein Größenmaß von „15 Faust und 2 Zoll" - das sind etwa 160 cm Stockmaß - verzeichnet, was
darauf schließen läßt, daß es sich um einen außerordentlich starken Beschäler handelte. Erika Schiele schreibt auf Grund ihres
Quellenstudiums in „Araber in Europa" zu diesem Hengst: ,,... Von den Hengsten lobte Fürst Pückler bei seinem Besuch in
Babolna im Jahre 1839 vor allem Shagya, einen Schimmelhengst von starkem Bau und dem schönsten Ebenmaß aller Teile. Freilich
konnte der Fürst damals noch nicht ahnen, daß der geapfelte Honigschimmel Shagya der Stammvater der besten Araberfamilien in
der österreichisch-ungarischen Monarchie werden sollte. Die Schönheit, Härte und Ausdauer seiner Nachkommen, ihre Eleganz und
Unverwüstlichkeit wurden sprichwörtlich in der gesamten Armee, und jeder Offizier und jeder Gardist
schätzte sich glücklich, wenn er einen Shagya reiten durfte. Nicht nur
als Reitpferde sondern auch als Kutschpferde waren sie von höchster Eleganz und in der Landwirtschaft zu jeder Arbeit zu
gebrauchen. Das waren und sind die Nachkommen dieses einmaligen Shagya-Seniors aus der syrischen Wüste. ... Shagya-Söhne und
-Enkel wurden Hauptbeschäler in Babolna, Mezöhegyes, Radautz, Piber, Topolcianky und Kabijuk; man holte Shagyas nach
Jugoslawien, Südamerika, den USA, Polen, in die Schweiz, die Türkei und sogar in den 20er Jahren nach Ägypten." |
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Radautz - gelegen in der ehemaligen österreichischen Bukowina - nahm unter diesen Gestüten nach Umfang und Bedeutung eine
besondere Stellung in der Herauszüchtung von Leistungspferden der Araberrasse, auch Radautzer genannt, ein, wozu die Shagya-Linie richtungsgebende Impulse vermittelte. Diese Herrlichkeit nahm nach der Auflösung der österreichischen Monarchie
ein jähes Ende, als bei Versteigerung des gesamten Zuchtmaterials von Radautz diese wertvollen Pferde in alle Winde verstreut
wurden. Gustav Rau schrieb im Jahre 1919 in Sankt Georg über den Verlust der Radautzer Araberzucht: „Das Beste an Radautz
waren immer seine arabischen Halbblüter (Araberrasse). Das Radautzer Material war ein unvergleichlich kostbarer Besitz, eine
Sammelstätte und ein sprudelnder Brunnen des kostbarsten Blutes, das die Landespferdezucht Österreichs besaß. Es hat über 100
Jahre lang ausgezeichnete Landbeschäler geliefert, die hauptsächlich in Galizien jene harten, eisernen Pferde machten, deren
Qualität fast sprichwörtlich war. Das »hart wie ein Radautzer« hat man oft gehört.... Die Shagyas sind ... das Beste, was
Radautz hat.. ." Rau spricht weiter von den baumstarken Halbblutarabern und betont ihren wunderbaren elastischen Gang mit der
prächtigen, nie nachlassenden schönen Aktion der Vorhand und dem gewaltigen Nachschub. |
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Zwischen den Hauptgestüten Babolna und Radautz hatten für den Austausch hervorragender Pepinierhengste enge Verbindungen
bestanden, die sich nicht nur auf Shagya und seine Linie bezogen, und das züchterische Mosaik beider Gestüte weist große
Ähnlichkeiten auf. Als drittes Gestüt dieses Ranges ist das tschechische Topolcianky zu nennen, welches nach dem Muster von
Babolna und Radautz seine bedeutenden Bestände an „Shagyas" aufbaute und durch Importe aus Babolna und Radautz züchterisch
mit den beiden Gestüten eng verflochten war. Hier wurde besonderer Wert auf großrahmige Modelle und hohes Leistungsvermögen
gelegt. Die im Anhang abgedruckte Stammtafel der „Shagyas" zeigt einmal die lückenlose Protokollierung dieser so bedeutenden
Blutlinie über große Zeiträume und ist ein prägnantes Beispiel für die enge blutmäßige Verflechtung dieser drei oben genannten
Gestüte. D. von Arenschildt, der letzte Landstallmeister von Babolna hat diese Stammtafel ausgearbeitet, sie ist unter
Anwendung des Stutbuchs von Topolcianky von 1967 und an Hand deutscher Unterlagen ergänzt worden. v. Arenschildt benutzt noch
die früher gebräuchliche Bezeichnung „Araberrasse". |
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In der Vollblutaraberzucht ist das Shagya-Blut nur in geringem Umfang
eingesetzt worden, und es existiert heute in der männlichen Deszendenz als solches nicht mehr. |
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Auch unter den Shagyas selbst ist dieses Blut in den Hengstlinien
seltener geworden. Seine besondere Festigung hat es aber in herrlichen Mutterstuten, die in Typ, Kaliber und Energie seine
Merkmale tragen. Dagegen sind andere Hengstlinien, die sich in den letzten 20 Jahren in den Vordergrund geschoben haben,
dominierend |
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Für den herrlichen
Pferdebestand des ungarischen Babolna zeichnete sich in den ersten eineinhalb Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg eine ähnliche
Katastrophe ab wie etwa 25 Jahre vorher für das österreichische Radautz. Im Zuge der Technisierung der Landwirtschaft wurden
die großen Pferdebestände abgeschafft, und auch Babolna machte keine Ausnahme. Wertvolles Zuchtmaterial ging zum Schlachter,
wobei besonders die herrlichen Rappen dezimiert wurden. Von den im Jahre 1944 in Babolna vorhandenen 15 Hengsten und 250
Stuten (Vollblutaraber und Shagyas) war nur ein kläglicher Rest geblieben. Es ist dem Generaldirektor Dr. Robert Burgert zu
danken, daß erdfiesem Raubbau an der alten Babolnaer Pferdesubstanz Einhalt geboten hat und alles daran setzte, das weit
verstreute, z.T. in Kollektivbetrieben als Arbeitspferde ohne züchterische Nutzung befindliche wertvolle Stutenmaterial
aufzufinden und in das Hauptgestüt Babolna zurückzuführen. Die eindeutige Identifizierung gelang durch die individuellen
Brände, die jedes in Babolna geborene Fohlen beim Absetzen erhält. So konnte der Besucher Anfang der 60er Jahre wieder einen
gewissen Glanz über dem Gestüt Babolna erkennen und vier bis fünf Hauptbeschäler sowie 50 bis 60 Mutterstuten aus den alten
durchgezüchteten Linien mustern, von denen nur eine geringe Anzahl Vollblutstuten waren, während der Hauptteil der
Araberrasse (Shagyas) angehörte. Als Hauptbeschäler waren 1965 aufgestellt: tierüberragende Schimmel Gazal VII, geb. 1944 v.
Gazal II u.d. 129 Shagya XXV. Dieser Hengst hat die Stutenherde von Babolna nach seinem Typ und Kaliber, seinem Rahmen,
seinem Gangvermögen und seiner Leistung geprägt. Diese Charakteristika vererbte er treu, und es ist als ein Glückszufall zu
bezeichnen, daß er noch mit über 20 Jahren für die deutsche Araberzucht abgegeben wurde und im Gestüt Dr. Schmidt-Ankum eine
zweite züchterische Laufbahn mit den größten Erfolgen begann, bis er im Alter von 31 Jahren getötet werden mußte. |
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Eine besondere Note an Schönheit und Nerv zeigte der Schimmel Shagya
XXXVI, hochelegant, ein hochwertiges Dressurpferd. Er hat sich besonders in der weiblichen Linie vererbt, und zahlreiche
bildschöne und leistungsfähige Mutterstuten künden auch heute noch von seinem züchterischen Wert. Shagya XXXIII und Shagya
XXXIX sind weitere Hauptbeschäler. Einen besonderen Anziehungspunkt stellt der schwarze O'Bajan XIII dar, ein kleineres
Modell, allerdings in großem Rahmen, bildschön und wohlproportioniert, der hervorragende Nachzuchten brachte. Seine Mutter
ist die drahtige Vollblutaraberstute 242 Kuhaylan Zaid, deren Merkmale in den Nachzuchten lebendig sind, auch noch nach
mehreren Generationen. |
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In den letzten 30 Jahren haben Babolna und Topolcianky wieder mit
System ihre Bestände - allerdings in begrenztem Umfange - aufgebaut, etwas unterschiedlich in der Zielsetzung: denn während
das tschechische Gestüt die Herauszüchtung der Shagya-Linie mit dem Motto „Leistung, Kaliber und Adel" forcierte, hat Babolna
einen anderen Weg eingeschlagen, nämlich die betonte Einkreuzung von Original-Arabern aus EI Zahraa in die alten
Shagya-Stutenstämme, eine Maßnahme, die zwar züchterisch gesehen berechtigt und auch manchmal notwendig ist, andererseits
aber eine scharfe Selektion der Nachzuchten erfordert, um die hierbei anfallenden zu leichten, unbedeutenden Modelle
auszuschalten. |
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Der Fuchshengst Ibn Galal (jetzt im Gestüt Poth, BR Deutschland) hat
sich hier besonders in Anpaarung mit Gazal-VII- und O'Bajan-XIII-Töchtern bewährt und neben Adel, Härte und Gangvermögen auch
das nötige Kaliber mitgegeben. |
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Die
Zeiten des Niederganges der ungarischen Shagya-Zucht nach dem letzten Kriege haben sich für den Aufbau einer Shagya-Zucht in
Deutschland günstig ausgewirkt. Engagierte Züchter erkannten bald den Wert dieser Araberrasse, und immer mehr Mutterstuten und
Hengste von z.T. hoher Qualität wechselten vom Magyarenland über die Grenzen besonders in die BR Deutschland, aber auch nach
Dänemark, Österreich und die Schweiz. Die Züchter organisierten sich, und zu den ersten Mentoren gehörten der unvergeßliche
Landstallmeister E. Bilke und der besonders für die Shagyas unermüdliche und tatkräftige Dr. E. Frielinghaus sowie
Landstallmeister a.D. H. Rudofsky. Die Abstammungen konnten immer zweifelsfrei durch die individuellen Brandzeichen geklärt
werden; so schließen unsere Züchter direkt an die Stutbücher von Babolna und Topolcianky an und sind als Fortsetzungen dieser
Gestüte anzusehen.
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Gut besuchte Ausstellungen, Schauen, Körungen der Hengste,
Leistungsprüfungen und Distanzritte wirkten sich zuchtfördernd aus, stellten das Beste nach vorn und orientierten die Züchter
in diesem Sinne. Die Zuchttendenz zum vielseitigen Reitpferd brachte auch eine grundsätzliche Wandlung im Modell des Arabers,
welches ursprünglich mehr zur Quadratform neigte. Diese Streckung zum Langrechteckformat wird geschaffen durch Betonung einer
dem Reitpferde gemäßen Sattellage mit hohem Widerrist, langer schräger Schulter sowie gut gelagertem Querbein. Geräumige,
geneigte Kruppe, Verbesserungen im Sprunggelenk und seiner Winkelung schaffen die Voraussetzung für den kraftvollen Schub aus
der Hinterhand, wobei auch die Rückenmuskulatur mitschwingt und den Bewegungsablauf in allen Gangarten für den Reiter
angenehm gestaltet. |
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Die Züchter werden sich immer mehr bewußt, welche Kostbarkeiten ihre
Ställe bergen, sie gewöhnen sich daran, die Pedrigrees zu studieren und insbesondere bei der Hengstauswahl passendes Blut
zusammenzuführen, bei dem auch die Leistungsanlagen eine entscheidende Rolle spielen. Solche züchterischen Arbeiten werden
erleichtert bzw. erst möglich gemacht, wenn ein Stutbuch jedem zur Verfügung steht, aus dem die genetischen Daten und
sonstige
wichtige Charakteristika der zu paarenden Pferde ersehen werden können.
Daher wird seit Jahren an der Herausgabe des Shagya-Stutbuches gearbeitet, es wird in nun absehbarer Zeit vorliegen (Diese
Daten gelten für das Jahr 1979'). Die Prüfung der Pedigrees und ihre Bearbeitung liegt in Händen von Frau Liselotte Tarakus,
und nach dem bisherigen Überblick wird dieses 1. Shagya-Stutbuch etwa 400 Pferde enthalten, von denen 150 nicht mehr in der
Zucht stehen. Von den 250 heute lebenden Shagyas zeigen sich in der Zugehörigkeit zu bestimmten Blutlinien folgende
Schwerpunkte: |
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Gazal-Linie mit 35 Stuten und 14 Hengsten,
Shagya-Linie mit 30 Stuten und 7 Hengsten,
O'Bajan-Linie mit 23 Stuten und 5 Hengsten.
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Die Abstammung im ganzen ist sehr breit gestreut, und an kleineren
Blutlinien sind folgende Hengste mit mehreren eingetragenen Stuten vertreten: Siglavy, Siglavy Badady VI ox, Jussuf VII,
Koheilan X und XI, Kuheilan Zaid ox und Farak ox, Mersuch. |
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Insgesamt gesehen stellt das Erbgitter und das Exterieur dieser
ShagyaAraber eine so gefestigte und breite Zuchtsubstanz dar, daß sie zusammen mit zielgerichteter Selektion für die
Weiterzucht und Evolution eine vorzügliche Basis mit allen Möglichkeiten bietet. |
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Es ist zu
begrüßen, daß auch unsere Nachbarländer wie vor allem Dänemark, die Schweiz und Österreich ihr Interesse bekundet haben, mit
ihren z.T. sehr wertvollen Shagyas in diesem Stutbuch miterfaßt zu werden (Inzwischen haben diese Länder eigene
Shagya-Stutbücher herausgegeben ). Hierdurch würde die Zuchtbasis erweitert und das züchterische Arbeiten koordiniert.
Grundsätzlich jedoch sollen die Hengste und Stuten in den nationalen Stutbüchern eingetragen werden, wobei die
Eintragungsbestimmungen die gleichen Vor aussetzungen bieten müssen. Diesem Plan kommt der Entschluß des Exekutiv-Komitees
der Welt-Araber-Organisation (WAHO) anläßlich der Tagung in Hamburg im September 1978 entgegen, wonach die Shagya-Araber, die
rein nach dem System von Babolna und Topolcianky gezüchtet sind, den Namen „Reinzucht Shagya-Araber (Purebred Shagyas)" tragen
dürfen, daß ein Zusammenschluß dieser Züchter als „Assiociated Member" von der WAHO anerkannt wird, daß die Embleme der WAHO
verwandt werden dürfen und diese Organisation unter der Schirmherrschaft der WAHO steht. |
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Dieser Beschluß ist von Mr. Stream, dem Präsidenten der WAHO, offiziell
vor der Plenarsitzung verkündet worden. Die Übersetzung von „pure bred" ist ohne Zweifel „Reinzucht" und schließt in
Verbindung mit dem Begriff „Shagya" jede Identifizierung mit dem Vollblutaraber aus. |
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45 Shagyas gaben anläßlich der „Schau Arabischer Pferde" zur WAHOTagung
1978 ein überzeugendes Bild über Typ, Kaliber und Gangvermögen dieser Zucht, fanden viel Anerkennung auch bei den
internationalen Besuchern und trugen sicherlich dazu bei, die Anerkennung durch die WAHO zu erlangen. |
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Eine
gute Präsentation des züchterischen Niveaus bietet in jedem Jahr die Junghengstekörung in Kranichstein. Hier zeigt sich
ganz deutlich die Überlegenheit der reingezüchteten Shagyas gegenüber den anderen in der Abteilung Araber vorgestellten
Hengsten, denn von insgesamt 18 vorgestellten Arabern entfielen 13 auf die Shagyas, von denen 8 qualitätvolle Hengste gekört
wurden, 4 erhielten das Urteil „nicht gekört" und 1 Junghengst wurde zurückgestellt, während die 5 Nicht-Shagyas wegen Fehlern
im Gebäude nicht gekört wurden. |
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Auch in den Hengstleistungsprüfungen in Klosterhof Medingen und in
Marbach schneiden die Shagyas durch ihre Rittigkeit, die Sicherheit im Gelände, ihre Ausdauer und ihr Springvermögen gut ab,
und mir ist kein Fall bekannt, daß ein Shagya die Prüfung nicht bestanden hat. |
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Es wäre zu wünschen, daß auch das Stutenmaterial wenigstens einmal im
Leben einer harten Prüfung auf Rittigkeit, Ausdauer und Springvermögen unterzogen würde; so lange es keine offiziellen
Prüfungen gibt, sollte jeder Züchter aus eigenem Interesse durch Teilnahme an Turnieren, Dauer- oder Distanzritten das
Leistungsvermögen seiner Stuten testen. Nach der Zuchtbuchordnung des Araberverbandes werden in der Abteilung Araber solche
Hengste und Stuten eingetragen, die maximal erst in der 5. Vorfahrensgeneration einen Vorfahren aufweisen, der nicht als
Vollblutaraber oder Araber eintragungsfähig ist. In diese Abteilung werden auch die Shagyas eingetragen, die eine lückenlose
Abstammung zum Teil bis zu 20 Generationen aufweisen, also durchgezüchtet sind und aufgrund dieser spezialisierten
Shagya-Reinzucht auch eine entsprechende Vererbung erwarten lassen. |
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| In der
Abteilung Araber werden auch die Zuchtpferde aus Mangalia, Borike, Kolarowgrad eingetragen, die zwar auch lange Abstammungen
haben, über deren Zugehörigkeit zu den Shagyas noch genealogische Arbeiten durchgeführt werden müssen. Diese sind inzwischen
mit positiven Ergebnissen für die Shagyas abgeschlossen, einschließlich der Gestüte Tersk und JanowPodlaski. |
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| Diese Ausführungen sollen zeigen, daß es
sich bei den Shagyas um reingezüchtete Blutlinien handelt, die ihre Abstammungen lückenlos auf die Stutbücher von Radautz,
Babolna und Topolcianky zurückführen. Dieses Blut ist auch in den großen Gestüten Polens, Bulgariens, Rumäniens, Jugoslawiens
und z.T. auch Rußlands verbreitet und wurde dort nach dem Muster von Babolna weitergezüchtet. Abstammungen aus diesen Zuchten
sollen daher auch für die Shagya-Zucht Anerkennung finden, sofern die Pedigrees aus den Stutbüchern ersichtlich sind. Die
Züchter sind gut beraten, die alte Tradition bewußt fortzusetzen und diese edlen, typvollen Leistungspferde im Rahmen des
Zuchtzieles rein weiterzuzüchten und zu vervollkommnen. |
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