Die Pferderasse "Shagya-Araber" 
Die konsequente Zuchtarbeit über mehr als 200 Jahre hat auf der Basis ausgesuchter Stammstuten und ausgesuchter Vollblutaraber mit Hilfe der Reinzuchtmethode
die Brillianten unter den Pferden geformt: die Shagya-Araber.
Trotz eines hohen genetischen Anteils an Arabischem Vollblut unterscheidet sich der Shagya-Araber im Typ und Kaliber vom Vollblutaraber.
Sein Zuchtziel ist ein grossrahmiges, arabische Pferd, das gleichermaßen als edles Reit- und Wagenpferd für jedermann geeignet ist und das durch seine außerordentlich edle Erscheinung, sein angenehmes Temperament sowie Leistungsbereitschaft und -Vermögen die Erfordernisse eines Freizeit-, Distanz- und Jagdpferdes erfüllt.
Pferderassen bildeten sich im Laufe der tausendjährigen gemeinsamen Geschichte von Menschen und Pferden vor allem durch regionale Einflüsse von Klima und Geopraphie aus. Rasseübergreifende Beeinflussung gab es wiederholt bei Völkerwanderungen oder durch Kriegsereignisse.
Die edelste, reinste und typvollste aller Pferderassen ist der Original Araber, die sich ohne Fremdblut-Einfluß über Jahrtausende auf der arabischen Halbinsel unter härtesten Bedingungen entwickelte. Wenn es auch kaum Pferden gelang, in die Wüste vorzudringen und dort genetisch zu wirken, so waren es umgekehrt vor allem arabische Pferde, die sich weit ausbreiteten und andere Pferderassen beeinflußten. So waren vor allem im Orient und von dort aus auch in Südost-Europa die landestypischen Pferde mehr oder weniger stark vom Araber geprägt.
Ausgesuchte Stuten und Hengste bildeten die Grundlage, als Ende des 18. Jahrhunderts die staatlichen Gestüte der ehemaligen K.u.K.-Monarchie gegründet und bestückt wurden:
1774 Radautz
1784 Mezöhegyes
1789 Bábolna.
Sie hatten die Aufgabe, ein besonders robustes, hartes und ausdauerndes, vielseitig verwendbares Pferd für die militärische Nutzung und den Einsatz in der Landwirtschaft zu liefern.
Durch konsequente Selektion entstand eine eigenständige Zuchtrichtung des arabischen Pferdes, die als "Araber Rasse" bekannt und bald sehr geschätzt war. 1806 wurde das akribisch geführte Stutbuch geschlossen und ausschliesslich ausgesuchte arabische Hengste zur Zucht eingesetzt. Wiederholt wurden mit höchstem Aufwand Expeditionen durchgeführt, um entsprechendes Zuchtmaterial zu importieren.
Unter den Gestüten der K.u.K.-Monarchie fand ein reger Austausch an Zuchttieren statt, wodurch die Entwicklung der Stämme und Linien kontinuierlich verbessert und gestärkt wurde. Schon früh wurden Leistungsprüfungen für die Hengste und auch expemplarisch für einige Stuten durchgeführt. Die Hengstlinien wurden mit Bedacht gepflegt und stehen jeweils für bestimmte Typen und Leistungspotentiale - ein Koheilan unterscheidet sich deutlich von einem Siglavy Bagdady oder einem Dahoman. Früh erkannte man die besondere, bewahrende Bedeutung der Zuchtstute und baute ganze Familien auf bedeutenden Stammstuten auf, deren Linien sich bis heute erhalten haben und nachweisbar sind.
Seit über 200 Jahren wird der Shagya-Araber in Reinzucht weiterentwickelt. Einzig arabische Vollblüter dürfen zur Veredelung eingekreuzt werden, so dass der "Fremdblutanteil" inzwischen verschwindend gering ist: in der 10. Generation befinden sich 1024 Vorfahren, in der zwanzigsten sind es über ein Million Vorfahren!
Die Vollblutaraber werden aufgrund ihres Adels und ihrer Härte als die Diamanten unter den Pferden bezeichnet. Die konsequente Zuchtarbeit hat daraus mit Hilfe der Reinzuchtmethode die Brillianten unter den Pferden geformt: die Shagya-Araber.








